Wie läuft eine TCM-Behandlung ab? – Ablauf, Dauer und was dich erwartet

Eine Behandlung der Chinesischen Medizin beginnt mit einer ausführlichen Anamnese und einer individuellen diagnostischen Einschätzung. Es folgen regelmäßige Behandlungen. Während dem Verlauf wird die chinesische Diagnose fortlaufend angepasst.

Viele Menschen, die zum ersten Mal mit Chinesischer Medizin (auch TCM genannt) in Kontakt kommen, fragen sich, was sie bei einer Behandlung erwartet. Der folgende Überblick soll dir einen transparenten und realistischen Einblick geben – ganz ohne Vorkenntnisse.

Die beschriebenen diagnostischen Methoden entstammen der Traditionellen Chinesischen Medizin und ersetzen keine schulmedizinische Diagnostik.

Die Erstbehandlung

Jede Behandlung beginnt mit einer ausführlichen Erstanamnese. In diesem ersten Gespräch nehmen wir uns Zeit, deine aktuellen Beschwerden und Hauptanliegen genau zu besprechen. Darüber hinaus betrachten wir deinen allgemeinen Gesundheitszustand.

Dabei geht es unter anderem um Themen wie:

  • Schlaf (z. B. Ein- und Durchschlafen)
  • Temperaturempfinden (frieren oder schwitzen)
  • Verdauung (z. B. Blähungen, Völlegefühl oder Schmerzen)

Diese Informationen helfen dabei, Zusammenhänge zu erkennen und ein ganzheitliches Bild zu gewinnen.

Ein zentraler Bestandteil der chinesischen Diagnostik ist die Pulsdiagnose. In der Chinesischen Medizin spiegeln sich funktionelle Muster unter anderem in der Qualität des Pulses wider. Dafür werden an beiden Handgelenken jeweils drei Positionen ertastet. Unterschiede in Tiefe, Spannung und Rhythmus liefern Hinweise, die in die diagnostische Einschätzung einfließen.

Auch die Zungendiagnose spielt eine wichtige Rolle. Farbe, Form und Belag der Zunge können zusätzliche Hinweise geben. Daher ist es sinnvoll, vor der Behandlung auf das Zungenschaben sowie auf stark färbende Lebensmittel und Getränke (z. B. Kaffee oder schwarzen Tee) zu verzichten.

Im Anschluss besprechen wir gemeinsam das weitere Vorgehen:
Welche Behandlungsansätze kommen in Frage? Wie häufig sind Termine sinnvoll? Und wie kann der Verlauf realistisch eingeschätzt werden?

Danach folgt – sofern gewünscht – die erste Behandlung. Eine Erstbehandlung dauert in der Regel etwa 90 bis 120 Minuten, abhängig davon, wie umfangreich das Gespräch ist.

Folgebehandlungen

In den Folgeterminen besprechen wir Veränderungen und Entwicklungen seit dem letzten Termin. Auch hier gehören Puls- und Zungendiagnose regelmäßig dazu.

Durch Akupunktur, gegebenenfalls chinesische Kräuterrezepturen sowie ergänzende Hinweise zu Ernährung oder Lebensstil kann sich das körperliche Geschehen verändern. In der Chinesischen Medizin wird die Diagnose daher als Momentaufnahme eines dynamischen Systems verstanden und im Verlauf immer wieder angepasst.

Je nach Behandlungsansatz finden Folgetermine wöchentlich oder im Abstand von zwei bis vier Wochen statt. Die Dauer liegt in der Regel bei etwa 45 bis 60 Minuten.

Ausklang und begleitende Unterstützung

In manchen Fällen bietet es sich an, den Körper im Anschluss an eine Behandlungsphase weiterhin begleitend zu unterstützen. In diesem Fall sind Termine etwa alle sechs Wochen möglich.

Chinesische Medizin wird häufig erst dann in Anspruch genommen, wenn bereits Beschwerden bestehen – manchmal auch, nachdem schon viele Behandlungsansätze ausprobiert wurden. Gleichzeitig spielt sie traditionell auch eine wichtige Rolle in der Gesundheitserhaltung. Funktionelle Muster können mitunter bereits erkannt werden, bevor sich deutliche Symptome zeigen. Unterstützende Behandlungen können daher beispielsweise in Phasen erhöhter Belastung sinnvoll sein – etwa bei anhaltendem Stress, nach Infekten, bei hormonellen Veränderungen wie der Menopause oder nach operativen Eingriffen.

Auch natürliche Zyklen und Jahreszeiten werden in der Chinesischen Medizin berücksichtigt. Sie können diagnostisch relevant sein und unter bestimmten Voraussetzungen genutzt werden, um den Körper gezielt zu unterstützen. Spezielle Kräuterrezepturen zu Zeiten wie der Sommer- oder Wintersonnenwende kommen jedoch nur dann in Betracht, wenn keine akuten Muster im Vordergrund stehen und werden meist im Ausklang einer Behandlung besprochen.

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