Tuina

Tuina gehört neben Akupunktur, Chinesischer Arzneimittellehre (auch Chinesische Heilkräuter gennant), der Bewegungslehre (Tai Chi & Qi Gong) sowie der Ernährungslehre zu den Hauptbereichen der Chinesischen Medizin.

Obwohl Tuina häufig als ‚Chinesische Massage‘ bezeichnet wird, umfasst sie weit mehr als Massagetechniken. Zum Einsatz kommen zahlreiche manuelle Techniken, von denen viele mit einer klassischen Massage nur wenig gemeinsam haben. Treffender lässt sich Tuina daher als der Bereich der manuellen Techniken der Chinesischen Medizin beschreiben.

Im Mittelpunkt von Tuina stehen der Bewegungsapparat und die Meridiane. Tuina basiert auf denselben Prinzipien und dem gleichen Verständnis des Körpers in Bewegung wie Tai Chi und Qi Gong. Ziel der Behandlung ist es, den freien Fluss von Qi und Blut zu unterstützen und die Funktion von Muskeln, Sehnen, Gelenken und Leitbahnen zu fördern.

Wofür wird Tuina verwendet?

Tuina wird vor allem bei Beschwerden des Bewegungsapparats sowie bei Störungen des Qi-Flusses in den Meridianen eingesetzt.

Dazu zählen vor allem orthopädische Beschwerden wie Verspannungen, Muskel- und Gelenkbeschwerden, akute und chronische Schmerzen sowie die Behandlung von Verletzungen.

Je nach Beschwerdebild kommen unterschiedliche manuelle Techniken zum Einsatz. Sie können dazu beitragen, verspannte Muskulatur zu lockern, die Beweglichkeit von Gelenken zu fördern und den freien Fluss von Qi und Blut in den Meridianen zu unterstützen.

Da Akupunktur bei vielen Schmerzzuständen ebenfalls eine wichtige Rolle spielt, werden Tuina und Akupunktur häufig miteinander kombiniert. Beide Verfahren ergänzen sich und können sich in ihrer Wirkung sinnvoll unterstützen.

Tuina Behandlung, sanfte Technik am Kopf, wie sie auch in der TCM Praxis in Frankfurt stattfindet

Wie wirkt Tuina?


Tuina Techniken werden eingesetzt, um den Fluss von Qi und Blut zu unterstützen, Blockaden zu lösen und verspannte oder verhärtete Gewebestrukturen zu lockern.

Dazu gehören zahlreiche unterschiedliche Techniken. Manche werden mit kräftigem Druck ausgeführt, andere sind so sanft, dass sie kaum wahrnehmbar sind. Welche Techniken zum Einsatz kommen, richtet sich nach dem individuellen Beschwerdebild und der chinesischen Diagnose.

Außerdem zählen in diesen Bereich noch eine Reihe an weiteren Techniken, die je nach Bedarf angewandt werden:

  • Schröpfen: Durch einen Unterdruck in den Schröpfgläsern wird das Gewebe angehoben und die lokale Durchblutung angeregt.
  • Gua Sha: Mit Schabetechniken werden Haut und oberflächliche Gewebeschichten behandelt, um Spannungen zu lösen und den Fluss von Qi und Blut anzuregen.
  • Massagestöcke: Ermöglichen gezielten, tiefen oder großflächigen Druck, bei ausgeprägten Verspannungen oder verhärtetem Gewebe.
  • Techniken mit Handtüchern: Mithilfe von Handtüchern können Gelenke und großflächige Körperbereiche bewegt, gedehnt und gelockert werden.
  • Techniken mit Seidentüchern: Eignen sich besonders für die sanfte Behandlung empfindlicher Gewebestrukturen und kleiner Gelenke und zur Beeinflussung des Qi-Flusses.

Ablauf einer Tuina Behandlung


Wie alle Bereiche der Chinesischen Medizin folgt auch Tuina einem ganzheitlichen Ansatz. Beschwerden werden nicht isoliert betrachtet, sondern immer im Zusammenhang mit dem gesamten Körper verstanden.

Zu Beginn der Behandlung erfolgt eine chinesische Diagnosestellung. Bei chronischen oder komplexen Beschwerden sowie bei Symptomen, die über den Bewegungsapparat hinausgehen, empfiehlt sich eine umfassende Diagnose nach den Prinzipien der Chinesischen Medizin. Bei akuten oder klar begrenzten Beschwerden – beispielsweise einem verstauchten Knöchel oder einer Repetitive-Strain-Verletzung (RSI) – kann sich die Diagnosestellung auch nur auf den Bewegungsapparat und die Meridiane konzentrieren.

Im Gegensatz zu einer klassischen Wellnessmassage werden bei Tuina Behandlungen Techniken nicht nach einem festen Ablauf angewendet. Sie werden entsprechend der individuellen chinesischen Diagnose ausgewählt und miteinander kombiniert. Welche Techniken zum Einsatz kommen und mit welcher Intensität sie ausgeführt werden, richtet sich nach dem Behandlungsziel. Die Behandlung kann dabei sehr sanft erfolgen oder – wenn sinnvoll – auch mit kräftigem Druck arbeiten.

Je nach Beschwerdebild kann die Behandlung ausschließlich aus Tuina Techniken bestehen oder mit Akupunktur und/oder Chinesischen Arzneimitteltherapie kombiniert eingesetzt werden.


Ganzheitliche Prävention

Chinesische Medizin wird häufig erst dann in Anspruch genommen, wenn bereits Beschwerden bestehen – manchmal auch, nachdem schon viele Behandlungsansätze ausprobiert wurden. Traditionell spielt sie aber auch eine wichtige Rolle in der Gesundheitserhaltung. Funktionelle Krankheitsmuster können von TCM Therapeuten erkannt werden, bevor sich deutliche Symptome entwickeln. Unterstützende Behandlungen können daher in Phasen erhöhter Belastung sinnvoll sein – etwa bei anhaltendem Stress, starker körperlicher Belastung, oder nach operativen Eingriffen.

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